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Alle Technikdetails zum Fischkeller

Autorenbild: Helga Kury
Helga Kury
22. Sept.
3 Min. Lesezeit

Um den Einstieg für andere einfacher zu machen teilen wir hier unsere individuellen Erfahrungen. Es werden laufend Optimierungen vorgenommen, über Tipps freuen wir uns daher immer.


Unser Aquarienkeller befindet sich in der schönen, mittelalterlichen Stadt Hall in Tirol in einem 500 Jahre alten, ehemaligen Salzlagerhaus im Park, direkt am Fuße des Münzerturms. Der Münzerturm ist das Wahrzeichen von Hall. Der Park wird Saline genannt, da bis 1967 die Sohle aus dem Haller Salzbergwerk in die Saline und das in direkter Nähe befindliche Pfannhaus floss. Man merkt manchmal und sieht noch, dass sich in den Mauern des Gebäudes etwas Salz befindet.

(Mehr zu der sehr interessanten Geschichte Halls findest Du hier.)



Der Keller hat ca. 50qm und ist ebenerdig. Er besteht aus zwei Räumen, in denen die Aquarien stehen und einem Lager, das sich gleich nebenan befindet und wo wir die Ersatzteile, Gebrauchsgegenstände, Becken, Filter usw. aufbewahren. Unsere Aquarien stehen vor allem auf Schwerlastregalen aus Metall mit Siebdruckplatten und auf aus Vierkantholz gebauten Regalen, ebenfalls mit Siebdruck-Platten. Unter jedem Aquarium befindet sich eine XPS-Platte, die Unebenheiten ausgleicht. Die Becken bis 250 Liter werden hauptsächlich mit Lufthebern, die sich hinter einer 3-5cm dicken Filtermatte (PPI 10) befinden, betrieben. Meist ist ein kleiner Innenfilter dazu gehängt, der öfters gereinigt wird. Die großen Filtermatten habe eine sehr lange Standzeit und müssen je nach Bewohnern nur alle zwei-drei Jahre gereinigt werden. Die Bakterien leisten volle Arbeit und der Wasserwechsel entfernt/verdünnt die Abbauprodukte sehr gut. Die Luftheber werden durch eine 50mm Ringleitung, an die ein 90 Watt Seitenkanalverdichter angeschlossen ist, gespeist. Bei Becken ab 300 Liter Volumen haben wir hinter den Matten eine strombetriebene Pumpe gesetzt, damit eine gute Umwälzung des Wassers der größeren Aquarien gewährleistet ist.


Der Wasserwechsel der Aquarien läuft automatisch. Jedes Becken hat einen Zu- und Ablauf und kann extra eingestellt werden – je nach Frischwasserbedarf der jeweiligen Art. Für den Ablauf haben die Becken eine oben am Rand befindliche Bohrung und 30mm Rohre leiten das überschüssige Wasser ab. Da der Wasserwechsel (WW) kühl gemacht wird, war auch unser Gedanke, dass das alte, wärmere Wasser oben gut ablaufen kann.


Die Anlage wurde von Alois Jöchl entworfen und mit ein wenig Hilfe von Helga Kury gebaut.

Wir verwenden für unsere Fische unterschiedliche, hochwertige Futtersorten. Die Fische werden ca. alle zwei Tage und im Winter ca. alle drei Tage gefüttert. Ausnahme bilden natürlich die Jungfische, die täglich Futter bekommen und die Aufwuchs-fressenden Arten, die aufgrund ihrer Ernährungsart und -weise ebenfalls fast tägliche Futter benötigen. Als Futter eignet sich vor allem für die letzt-genannte Art auch kleine Schwimmpflanzen. Wir ziehen zwei Arten von Wasserlinsen bei uns im Keller nach und füttern sie zu. Alle vier Wochen gibt es 1kg Lebendfutter. An zwei darauffolgenden Fütterungstagen erhalten alle (bis auf die Jungfische, die zu klein sind oder extreme Nahrungsspezialisten) weiße Mückenlarven. Frostfutter füttern wir ebenfalls und das meist ein- oder zweimal pro Woche. Unsere Fische erhalten hauptsächlich Artemia, Mysis oder Krill und manchmal noch Muschelfleisch oder Garnelen…Als Trockenfutter bekommen die Fische Futtertabletten, Futterflocken oder Granulat von meist drei oder vier verschiedenen, guten Marken.


Als Beleuchtung der Aquarien haben wir kleine LED-Fluter mit Weißlicht genommen, da die Farben der Tiere besser zur Geltung kommen. Die Beleuchtung wird nach und nach am frühen Nachmittag via Zeitschaltuhren eingeschalten und gegen Mitternacht schaltet sich diese wieder ab, damit die Fische 10-12 Stunden am Tag Licht haben und der Zeitrahmen wurde so gewählt, da Pflege- und Reinigungstätigkeiten meist am Abend stattfinden.


Im Sommer ist es im Keller immer warm und eine Heizung nicht notwendig. Auch in den Übergangszeiten ist die Temperatur, oft aufgrund der Wärmeentwicklung der Beleuchtung usw. meist ausreichend. Geheizt wird aber im Winter und dann nur so viel, damit die Tiere eine Art “Ruhephase“ mit wie oben schon beschrieben, weniger Fütterung und etwas niedrigeren Temperaturen haben. Auch wenn die Fische Großteils aus tropischen Gegenden stammen, gibt es auch dort kühlere Zonen (Mikroklima), in denen sich die Tiere auch mal aufhalten, um nicht ständig auf Hochtouren zu laufen und den Kreislauf zu entlasten. Wir merken, dass die Paarungen der Fische vermehrt im Frühling und Herbst stattfinden und zu diesen Zeiten achten wir besonders auf den Nachwuchs. So schwimmen jetzt, im September 2026 schon wieder viele Jungfische in mehreren Becken.


Helga Kury für AQUAarche

 
 
 

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