Vereinsgeschichte

Alles begann eigentlich damit, dass ich Mitglied bei den “Aquarienfreunden Tirol 1990“ wurde. In jedem Fall wäre das Aquarium am Münzerturm und unser Verein AQUAarche ziemlich sicher nicht so und auch so schnell entstanden. Aber beginnen wir mal am Anfang, denn es gibt noch einiges zu den Aquaristik-Anfängen zu erzählen.
Seit 1990 halte ich Fische. Zu Beginn waren es Goldfische und 1992 kam dann das erste Warmwasser-Aquarium mit 63 Liter hinzu. 1994 war ich Feuer und Flamme für den Tanganjikasee und das erste Tanganjika-Aquarium mit 200 Liter wurde eingerichtet. Zuerst fand ich die Malawisee-Buntbarsche sehr spannend, denn ihre Farben sind eine richtige Pracht, aber die verschiedenen Brutpflege-Verhalten der Buntbarsche des Tanganjikasees und ihre diversen Anpassungen faszinierten mich anschließend mehr und da Zucht schon immer etwas war, das mich festhielt, entschied ich mich für diese Tiere. Es gab dann mal eineinhalb Jahre, um das Jahr 2000, in dem ich keine Fische hielt, doch das änderte sich alsbald wieder.
Über die Jahre hielt ich sehr viele Fisch-Arten, zog sie nach und sammelte viele Erfahrungen. Und dann kam es so, dass mich am Abend des 15.01.2016 der Obmann der Aquarienfreunde Tirol 1990, Michael Pichler auf Facebook anschrieb und vom Verein erzählte. Ich weiß nicht, weshalb ich bis dahin noch nichts von dem Verein mitbekommen habe und ich kam auch nie auf die Idee, nach einem Verein zu suchen… Jedenfalls wurde ich gleich am nächsten Tag Mitglied und seit 16.01.2016 gehöre ich zu den “Aquarienfreunden Tirol 1990“, wo ich auch mal einige Jahre im Vorstand als Schriftführerin tätig war.

Entstehung des Kellers “Aquarium am Münzerturm“
Ich war also Mitglied bei den Aquarienfreunden und dort gibt es Veranstaltungen, Ausflüge, Vorträge, die Zierfischbörse, Mitgliedertreffen usw. Mein erster Kontakt mit den Mitgliedern fand beim jährlichen Ausflug des Vereins zur Aqua-Fisch Messe in Friedrichshafen statt. Es war für mich ein großes Erlebnis – war ich doch bisher noch nie auf einer aquaristischen Messe. Und einmal im Jahr, immer am dritten Sonntag im März, findet die Groß-Veranstaltung, der Aqua-Day statt und ich durfte, gemeinsam mit einem anderen Mitglied des Vereins einen Artikel über das Event schreiben, der dann in der Verbandszeitschrift die ATA (Aqua-Terra Austria) abgedruckt werden sollte.
Während des Aufbaus der Veranstaltung lernte ich Alois Jöchl kennen, der damals gerade den Grundwehrdienst absolvierte und in Uniform mithalf. Bei weiteren Treffen unterhielten wir uns über die Fische, die wir hielten und Alois hatte zuhause einen eigenen Aquarienkeller, wie mehrere Mitglieder des Vereins. Ich war total begeistert und wollte auch einen Aquarienkeller für meine Tanganjikasee Buntbarsche herrichten, hatte damals aber keine Möglichkeit dazu. Dabei sei erwähnt, wenn man einem Verein beitritt, kann es als Nebenwirkung passieren, dass sich die Becken zuhause plötzlich vermehren. Bei Eintritt in den Verein hatte ich vielleicht sieben Aquarien und diese Zahl wuchs dann auf 17 Aquarien an, als ich beim Verein dabei war. Damals lebte ich auch wieder bei meinen Eltern und hatte die Aquarien alle in meinem Schlafzimmer untergebracht und schlief dafür eigens in einem Hochbett, damit die Becken darunter Platz fanden.
Im Jahr 2017 besuchte ich schließlich das erste Mal den Bundeskongress unseres Verbandes, des ÖVVÖ. Der ÖVVÖ ist der Österreichische Verband für Vivaristik und Ökologie, dem die Aquarienfreunde Tirol 1990 und auch wir, AQUAarche angehören. Solche Zusammenschlüsse sind immens wichtig, damit man sich gegenseitig austauschen kann und auch zwecks Politik und Öffentlichkeit ein starker Ansprech-Partner ist.Bevor ich zum Bundeskongress fuhr, bat mich Alois, bestimmte Fische für ihn zu ersteigern. Es sollten Goodeiden sein, was mir bei der jährlichen Versteigerung, die zugunsten diverser Projekte des ÖVVÖ`s stattfindet auch gelang. Und beim Bundeskongress lernte ich noch Michael Köck kennen, damals Kurator im Haus des Meeres und der Gründer der europaweiten Organisation GWG (Goodeid Workinggroup), die sich dem Erhalt der Mexikanischen Hochlandkärpflinge widmet.
Alois erhielt schließlich die Fische, wo es sich um Xenotoca doadrioi handelte und wir verabredeten uns für August 2017 zu einer Fahrt nach Wien, ins Haus des Meeres, um dort Michael Köck zu besuchen. Die Fahrt war abenteuerlich, da Alois nicht wusste, dass ich keinen Führerschein besitze, um uns abzuwechseln, denn wir fuhren innerhalb eines Tages hin und retour. Dort erhielt ich dann meine ersten Hochlandkärpflinge, die Xenotoca variata JESUS MARIA und freute mich sehr.
Der Aquarienkeller “Aquarium am Münzerturm“ entsteht
Eines führte zum anderen und im Herbst 2017 wurde plötzlich bei uns im Haus, in dem ich mit meinen Eltern lebte, der große Keller frei. Ich bewarb mich gleich darum und erhielt die Zusage. Im Frühling 2018 konnte mit den Bauarbeiten begonnen werden. Von meiner lieben Tante Christl, die sich immer für meine Fische begeisterte erbten wir zu der Zeit ein wenig Geld und auch meine Lebensversicherung bekam ich zurück und so war das Vorhaben auch finanziell abgesichert.Ich wollte den Keller zuerst für meine Tanganjikasee-Buntbarsche einrichten und Hobbymäßig betreiben. Das einzige Problem war jedoch, dass es im Keller kein Wasser gab. Somit musste dies bei einer Firma in Auftrag gegeben werden und es war nur eine Hebeanlage möglich. Aber auch das funktionierte und läuft bis heute gut. Auch eine Versicherung habe wir für unseren Keller.
Im Frühsommer 2018 trat Alois an mich heran und sagte mir, dass er leider seinen Keller zuhause aufgeben musste und ob ich gegen eine Pauschale alles übernehmen würde. Wir verabredeten uns für die Lieferung, denn Alois brachte seine mehr als 30 Aquarien selbst zu mir. Alois hatte einige Arten an Goodeiden bei sich, die anderen Arten hatte er schon an Bekannte oder andere Vereinsmitglieder abgegeben. Also schwammen nun weitere Arten an Goodeiden bei uns im Keller und Alois bot mir eine Zusammenarbeit an. Darum war ich sehr froh, da ich selbst ja noch keinen Keller gebaut hatte und handwerklich nur wenig Erfahrung hatte. Alois kennt sich aber bestens aus, da er von Beruf Handwerker ist.
Wir sprachen mit Michael Köck und traten dann der GWG bei, um uns bei der Arterhaltung zu beteiligen. Die ersten Fische, die offiziell in der Arterhaltung gelistet sind, kamen bald zu uns. Ich holte sie damals aus Wien, wo jeder Fisch einzeln in ein “Airpack“ (eine spezielle Verpackung, die einen Gasaustausch zulässt, jedoch kein Wasser rauslässt) verpackt wurde und war total aufgeregt. Die erste Nacht schlief ich nichts und verbrachte sie im Keller bei den Fischen, die einstweilen dunkel hatten und am Morgen wollte ich mich gleich davon überzeugen, dass sie alle wohlauf sind. Das waren sie auch und seitdem schwimmen Allotoca diazi bei uns…
Anfangs waren 60-70 Becken für den ganzen Keller geplant. Der Zufall wollte es wohl, dass noch ein Vereins-Kollege seinen Aquarienkeller auflassen musste und er fragte uns ebenfalls, ob wie den Keller zu einem Pauschalpreis übernehmen würden. Auch das machten wir und mein Vater lieh sich einen kleinen LKW von einem Kollegen aus und auch hier wurden über 30 Becken übersiedelt. Es waren diesmal einige Regale dabei, die wir ebenfalls im Keller gut benötigen konnten. Wobei ich eines sagen muss – Alois hatte zu Beginn die Idee, alle Regale aus Holz zu bauen aber ich lehnte es leider ab und kaufte teure Schwerlastregale. Im Nachhinein hatte natürlich Alois die bessere Idee und wir werden jetzt, 2026 den Keller nach und nach umbauen und Holzregale verwenden, die mir noch sicherer vorkommen, als die Schwerlastregale und individuell gestaltet werden können. Auch die Kabel können hier besser untergebracht werden…
Die Bauarbeiten schritten stetig voran und dann lernte ich im Frühjahr 2019 über Facebook Toni W. kennen. Toni war auf der Suche nach einem weiblichen Tier einer Buntbarsch-Art aus dem Victoriasee, da er nur ein übriggebliebenes Männchen dieser Art von einem Kollegen erhielt. Ich unterhielt mich online mit ihm und half bei der Suche online mit. Allmählich wurde ich auf diese Buntbarsche aus dem Victoriasee aufmerksam und Toni erklärte mir, dass dringend Halter gesucht werden und diese Tiere nur in einem kleinen Kreis gehalten und nachgezogen werden. Somit stand fest – auch wir werden Victoriasee Buntbarsche übernehmen. Nun musste der Keller etwas anders gebaut und mehr Becken, teils auch mit mehr Volumen eingeplant werden. Aber wie das bei Aquarianern oder Terrarianern so ist – überall findet man noch eine Ecke, wo etwas Platz hat.
Im Herbst 2019 kam Toni dann mit den ersten Arten an Victoriasee Cichliden zu uns. Er hielt auch im Rahmen des Vereins Aquarienfreunde Tirol 1990 einen tollen Vortrag zum stand der Victoriasee Cichliden und dem Victoriasee selbst. Ich war von den Tieren begeistert und einige Monate später kamen die nächsten Vics, wie wir sie intern gerne nennen zu uns. Bald hatten wir knapp zehn Arten an Victoriasee Buntbarschen im Keller und die Goodeiden stiegen ebenfalls auf ca. 15 Arten an.
Und plötzlich trat im Herbst 2019 der ORF an uns heran. Sie wollten einen Beitrag über uns im Fernsehen in der Sendung “Tirol heute“ bringen. Die Ausstrahlung fand am 4. Jänner 2020 statt und wir waren sehr erfreut und dachten schon an später und die Errichtung eines Arterhaltungshauses in Hall…Im Jahr 2020 war ich dann bei der ersten Arterhaltungstagung, die von der DCG (Deutsche Cichlidengesellschaft) und des VDA (Verband Deutscher Aquarien- und Terrarienvereine) ausgeführt wird, mit dabei. Es war großartig und mein Horizont erweiterte sich stetig!
Doch die Coronazeit wurde immer schwieriger… Alois benötigte amtliche Bestätigungen, um von Kitzbühel, wo Alois herstammt, nach Hall in Tirol zu fahren, um die Bauarbeiten im Keller weiterzuführen. Wir rechneten zuvor auch mit Besuchern, die uns eventuell Spendengelder bringen würden aber auch das fiel flach. Aber durch die Ausstrahlung der Sendung lernten wir unseren Praktikanten Alex K. kennen, der uns mit seiner Familie besuchte. Seitdem ist Alex zur Stelle, wenn es mehr zu tun gibt.
Gründung des Vereins “AQUAarche – vivaristische Interessengemeinschaft für Arterhaltungszuchtprojekte“
Wir gründeten den Verein AQUAarche im Jahr 2022, doch aufgrund mehrerer Umstände bestand der Verein zunächst nur auf Papier. Es waren wieder etwas schwierigere Zeiten, da die Stromkosten immens stiegen und ich somit auf Schulden saß… Aber es wird nicht aufgegeben und die Schulden konnte ich innerhalb eines Jahres abzahlen. Dabei möchte ich noch erwähnen, dass meine Mama mich von Anfang an beim Keller mental aber auch monatlich finanziell unterstützte und mein Vater zahlt von jeher die Kellermiete und ist sofort zur Stelle, wenn es um Fahrdienste geht. Auch mein Bruder ist immer da, wenn es Becken zu schleppen gilt, Fahrdiensten oder bei technischen Fragen usw. – Herzlichen Dank auf diesem Wege an meine Familie, ohne die es nicht in dem Ausmaß möglich gewesen wäre und ist!! Und die Arbeit mit Alois Jöchl zusammen, ohne den es sowieso nicht gegangen wäre, einen so großen und gut funktionierenden Keller mit wenig Pflegeaufwand zu errichten. Herzlichen Dank!!Zu Beginn des Vereins war übrigens Alois der Kassier, mein Bruder Walter der Schriftführer und ich die Obfrau.
Die Zeit schritt voran und ich hatte private Schicksalsschläge, durch viele Todesfälle im Herbst 2024, schwerer Krankheit meiner Mitbewohnerin… Von Herbst 2024 bis Sommer 2026 hatte ich eine sehr schwere Zeit – doch auch da wurde nicht aufgegeben, wenngleich ich wirklich Probleme hatte, die Kraft aufzubringen, Fische nachzuziehen. So zog ich in dieser Zeit auch einige Goodeidenarten nicht mehr nach aber die Victoriasee Buntbarsch-Arten sind alle noch im Keller. Bei den Goodeiden wusste ich, dass die noch von Kollegen in der GWG gut nachgezogen wurden, aber bei den Vic`s sah es speziell nach der Coronazeit nicht gut aus und deshalb sorgte ich mich hauptsächlich um diese…
Im Frühling 2025 kündigte sich wieder der ORF an, bei uns im Keller über die Jugendgruppe der “Aquarienfreunde Tirol 1990“ etwas zu drehen, um es erneut bei “Tirol heute“ auszustrahlen. Und kurze Zeit später wurde bei uns eine Live-Schaltung für “Guten Morgen Österreich“ österreichweit vom ORF gemacht. Das war großartig und baute mich in dieser Zeit auf.Der Keller war zwar damals nicht optimal aber mehrere Freunde halfen beim Aufräumen (Keller und Lager), reinigen (Boden kehren) und herrichten für den Dreh. Es waren auch einige Becken nicht besetzt und nur wenige Jungtiere vorhanden…
Im Herbst 2025 kam schließlich Dominik in den Keller, nachdem im Vorstand darüber gesprochen wurde, ob alle damit einverstanden wären, dass Dominik ein paar Becken bei uns “mietet“, um seine jungen Malawibuntbarsche aufzuziehen. Dominik zahlt dem Verein eine Spende und beteiligt sich an Pflegearbeiten im Keller. So konnte ich im Feber/März 2026 zum ersten Mal wieder länger als eine Woche Urlaub machen und war sehr froh darüber!
Und jetzt, im Herbst 2026 geht es wieder voll voran. Es schwimmen viele Jungfische im Keller, der Verein AQUAarche wird aktiviert und die Homepage ist nun online. Herzlicher Dank geht hier an Julia Perktold!! Juli leitet die Jugendgruppe der “Aquarienfreunde Tirol 1990“ und hat bei uns im Verein das Amt der Schriftführerin übernommen.
Nun steht die 6. Arterhaltungstagung im November 2026 bevor, auf der wir wieder sein werden. Aber hierzu wird es später Neuigkeiten geben.
Und noch eines behalten wir im Kopf – wir möchten das erste Arterhaltungshaus in Hall in Tirol errichten und den Menschen, vor allem auch den Kindern und Jugendlichen die Arterhaltung näherbringen. Es sollen diverse Projekte, die weltweit laufen, vorgestellt werden und in erster Linie sollen Fische zu sehen sein und wie man diese nachzieht aber auch vieles andere mehr… Wie werden sehen, wie es weitergehen wird!
Liebe Grüße aus Hall in Tirol!
Helga Kury…




Kommentare